Unsere Analogie für die Gestaltung der Fassaden, sind die Backsteingiebel der Renaissance. Die Proportionen nach klassischen Regeln im goldenen Schnitt, und in 3 und 5 Achsen aufgeteilt, die Sockelzonen Backsteine im Klosterformat.
Die Blendgiebel knüpfen in Ihrer Materialität direkt an die mittelalterliche Holzarchitektur des Ortes an, ohne diese zu imitieren. Das „Seidenholz“ transportiert diese Geschichte und bringt eine für den Geschosswohnungsbau ungekannte Authentizität der Oberfläche. Die Fassaden fügen sich in die Bebauungsstruktur der Lübecker Altstadt harmonisch ein und altern mit zunehmendem Farbspiel.
Die Grundrisse sind Adaptionen des Lübecker Kaufmannshauses. Die Nutzungen orientieren sich an den Vorgaben des Wettbewerbes. Bei Typ I und II ist das überhohe EG als Laden oder Arbeitsraum genutzt und mit dem Hofflügel verbunden. Im Piano Nobile ist jeweils eine Wohnung über die gesamte Fläche inklusive Seitenflügel angeordnet, die so neben einer Nord- oder Südseite auch eine Orientierung nach Osten oder Westen erlaubt.
Die Kombination aus Sockelzone und Piano Nobile erfordert eine geringe Überschreitung der Höhe im Anbau, die aber im Vergleich zum erhöhten Wohnwert vernachlässigbar ist. Darüber folgen eine Geschosswohnung (nur Typ I) dann jeweils Maisonetten bis in den Dachraum.